Richtig dämmen

Ein gut gedämmtes Haus hilft dem Besitzer nicht nur, Heizungskosten zu sparen und so ein Stück weit den steigenden Energiepreisen gelassen entgegen zu sehen. Das richtige Raumklima sorgt auch für den gewissen Wohlfühlfaktor. Doch womit dämmt man aus ökologischer und biologischer Sicht am besten?

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Ein gut gedämmtes Haus sorgt für mehr Lebensqualität im Alltag.
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Winfried Schneider vom Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN.
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Niedrigere Heizkosten und ein angenehmes Raumklima – dank der richtigen Dämmung.

Gut gedämmt ist halb gewonnen – niedrigere Heizkosten und ein angenehmes Raumklima sprechen für sich. Ist ein Haus gut gedämmt, lassen sich in den Wintermonaten bis zu 50 Prozent Heizkosten sparen. Die Energiefresser in schlecht oder nicht gedämmten Häusern sitzen vor allem in der Gebäudehülle. Gibt es hier keine vernünftige Wärmedämmung, schlagen hier Energieverluste mit bis zu 35 % zu Buche. Schlecht gedämmte Dachböden (20–25 %), Kellerdecken (10–20 %) und Fenster (10–20 %) tragen ebenso zum Energieverlust bei.

Eine Dämmung ist also eine sinnvolle und wichtige Maßnahme. Ein gut gedämmtes Haus mit den richtigen Materialen sorgt außerdem für mehr Lebensqualität im Alltag. Doch welche Produkte sollte man zum Dämmen verwenden, wenn man Wert auf eine gesunde Umgebung und natürliche Materialien legt?          

Wir haben den Experten und Architekten Winfried Schneider vom Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN dazu befragt.

Wer sein Eigenheim mit baubiologischen Produkten dämmen will, welche Produkte eignen sich dafür besonders?

Winfried Schneider: "Die Produkte sollten u. a. schadstofffrei sein, ein gutes Feuchtausgleichsverhalten und eine gute Ökobilanz (Lebensweg von der Herstellung bis zum Recycling bzw. Entsorgung) aufweisen. Dies sind vorrangig Wärmedämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie aus Holzfasern und -spänen, Hanf, Flachs, Schilf, Stroh, Gräsern, Zellulose u. a. Aber auch einige mineralische Produkte wie z. B. aus Kalziumsilikat, Mineralschaum, Glasschaum oder Perlite kann man empfehlen.

Leider gibt es auch Dämmmaterial aus Naturprodukten, das aber gesundheits- und/oder umweltschädigende Kleber oder Brandschutzmittel enthält, man muss sich also genau und zeitnah informieren. Zudem ist stets darauf zu achten, dass nicht nur auf die Wärmedämmung, sondern auch auf eine gute Wärmespeicherung zu achten ist (sommerlicher Hitzeschutz, ausgeglichene Temperaturverhältnisse).

Nicht immer ist eine Wärmedämmung nötig. So haben in den letzten Jahren einige Hersteller von Mauersteinen mächtig aufgeholt und können sehr gut wärmedämmende Produkte anbieten, die zugleich auch gute wärmespeichernde Eigenschaften aufweisen."

Worauf muss ich achten, wenn ich gewerblich genutzte Räume – wie zum Beispiel ein Büro – optimal dämmen will?

Winfried Schneider: "Letztendlich gelten hier die gleichen Kriterien wie beim Wohnbau. Zu beachten sind hier oft besondere Brandschutzvorschriften. Auch wenn baubiologisch empfehlenswerte Dämmstoffe diesbezüglich oft besser abschneiden als konventionelle Produkte, dürfen oft nur Dämmstoffe verwendet werden, die nicht brennbar sind, also mineralische Produkte. Bezüglich sommerlichem Hitzeschutz ist neben einer geeigneten Wärmedämmung auch ein Sonnenschutz für alle verglasten Flächen wichtig."

Manche Sanierer fürchten im Vorfeld, dass sich Schimmel an die Wände setzt. Dabei wirkt eine fachmännisch ausgeführte Gebäudedämmung der Schimmelbildung entgegen. Wann bildet sich Schimmel? Wenn Wände zu sehr auskühlen. Auf der kalten Oberfläche schlägt sich dann die Feuchtigkeit nieder, die in der warmen Raumluft enthalten ist. Eine gute Dämmung, die das Auskühlen der Wände von vornherein verhindert, beugt Schimmel vor. Besonders wichtig ist es, regelmäßig und richtig zu lüften. Ein Aspekt, der im Alltag oft in Vergessenheit gerät.

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